KI und der Beruf Verfahrenstechnologe/-technologin Metall - Stahlumformung: Was sich gerade verändert
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat weitreichende Auswirkungen auf den Beruf des Verfahrenstechnologen in der Stahlumformung. Mit einem KI-Risiko Score von 78% ist dieser Beruf stark von Automatisierung betroffen. Das bedeutet, dass viele der aktuell durchgeführten Tätigkeiten theoretisch durch KI ersetzt werden könnten. Laut dem IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) liegt das Automatisierungspotenzial sogar bei 100%. In der Realität wird jedoch nur 10% dieser Möglichkeiten genutzt. Dies zeigt einen großen Unterschied zwischen dem theoretischen Potenzial von KI und der tatsächlichen Anwendung in der Industrie – einen sogenannten Theorie-Praxis-Gap von 90 Prozentpunkten.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es einige Aufgaben im Bereich der Stahlumformung, die von KI-gestützten Tools übernommen werden. Ein Beispiel dafür ist Siemens MindSphere, eine cloudbasierte Plattform, die Produktionsdaten analysiert, um die Effizienz in der Stahlproduktion zu steigern. Früher mussten Verfahrenstechnologen oft manuell Daten sammeln und Auswertungen durchführen. Heute können sie einfach auf die Analysen von MindSphere zugreifen und fundierte Entscheidungen treffen.
Ein weiteres Beispiel ist C3.ai, eine Software, die Vorhersagen über mögliche Maschinenausfälle trifft und so dazu beiträgt, die Produktionsprozesse zu optimieren. Dies gibt den Beschäftigten die Möglichkeit, präventiv zu handeln, anstatt auf Ausfälle zu reagieren. Auch FANUC Robotics setzt KI ein, um Roboter in der Produktion zu steuern, die wiederkehrende Aufgaben übernehmen und so die Arbeitslast der Mitarbeiter reduzieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielen Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es Fähigkeiten, die sie nicht ersetzen kann. Vor allem handwerkliche Kenntnisse, wie das präzise Bedienen von Maschinen oder das Durchführen von Wartungs- und Reparaturarbeiten, sind nach wie vor gefragt. Diese Fähigkeiten erfordern ein hohes Maß an technischem Verständnis und manuelle Geschicklichkeit.
Darüber hinaus sind persönliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Gewissenhaftigkeit und Belastbarkeit für die Zusammenarbeit in einem Produktionsumfeld unerlässlich. Diese menschlichen Eigenschaften sind schwer zu automatisieren und bleiben daher eine wichtige Stärke im Beruf des Verfahrenstechnologen.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Stahlumformungsbranche erleben wir derzeit einen Trend hin zu mehr Automatisierung und der Integration von KI in Produktionsprozesse. Die Nutzung von KI-gestützten Tools zur Datenanalyse und Prozessoptimierung nimmt zu. Predictive Maintenance, also die Vorhersage von Wartungsbedarf, wird immer wichtiger, um Ausfallzeiten zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Diese Entwicklungen sind ein Zeichen dafür, dass die Branche sich an die neuen Technologien anpasst und darauf abzielt, die Produktionsstandards zu verbessern.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit gibt es in Deutschland derzeit 32.454 Beschäftigte in der Stahlumformung. Die Gehälter variieren zwischen 3.506 € und 4.827 €, wobei der Median bei 4.196 € pro Monat liegt. Aktuell sind 58 Stellen offen, was zeigt, dass trotz der Bedrohung durch Automatisierung weiterhin Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften besteht. Es ist zu erwarten, dass einige Jobs durch KI verloren gehen, aber gleichzeitig werden neue Tätigkeiten entstehen, die kreative und menschliche Fähigkeiten erfordern.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um deine Zukunft in der Stahlumformung zu sichern, gibt es mehrere Schritte, die du jetzt gehen kannst:
- Weiterbildung in KI und Datenanalyse: Plattformen wie Coursera bieten kostenlose Kurse zu KI und Datenanalyse an, die auch für die Fertigungsindustrie nützlich sind.
- IHK-Webinare besuchen: Die Industrie- und Handelskammern bieten oft kostenlose Webinare zu digitalen Themen und Trends in der Industrie an. Nutze diese Gelegenheit, um dein Wissen zu erweitern.
- YouTube-Kanäle nutzen: Zahlreiche Kanäle bieten Tutorials zu KI-Anwendungen in der Fertigung an. Diese Ressourcen sind kostenlos und helfen dir, dich mit neuen Technologien vertraut zu machen.
Fazit: Deine Zukunft als Verfahrenstechnologe/-technologin
Die Einführung von KI in der Stahlumformung bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Es ist wichtig, die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln und sich mit neuen Technologien vertraut zu machen. Deine handwerklichen und persönlichen Stärken sind unverzichtbar und werden auch in Zukunft gefragt sein. Bleibe neugierig und nutze die Möglichkeiten der Weiterbildung, um deine Karriere aktiv zu gestalten!