KI und der Beruf Werkzeugmacher/in – Formenbau: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Werkzeugmachers oder der Werkzeugmacherin im Formenbau steht vor tiefgreifenden Veränderungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 84%, was bedeutet, dass die Automatisierungsmöglichkeiten sehr hoch sind. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) schätzt sogar, dass das Automatisierungspotenzial in diesem Bereich bei 100% liegt. Das heißt, theoretisch können alle Aufgaben automatisiert werden. Dennoch zeigt eine aktuelle Studie, dass im realen Einsatz nur etwa 10% der KI-Potenziale ausgeschöpft werden. Das bedeutet, dass die praktische Umsetzung hinter den theoretischen Möglichkeiten zurückbleibt.
Für dich als Werkzeugmacher/in bedeutet das, dass viele der Aufgaben, die du heute manuell erledigst, in Zukunft möglicherweise von Maschinen übernommen werden. Stell dir vor, wie es wäre, wenn du anstatt stundenlang an einem neuen Werkzeug zu feilen, ein KI-gestütztes System nutzen könntest, das dir Vorschläge zur Optimierung der Designs macht.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es eine Reihe von KI-Tools, die dir bei deiner Arbeit im Formenbau helfen können. Zum Beispiel nutzt Autodesk Fusion 360 KI, um Designvorschläge zu optimieren und den Konstruktionsprozess zu beschleunigen. Früher hast du vielleicht stundenlang an einem Design gearbeitet; heute kannst du in Fusion 360 schnell verschiedene Varianten ausprobieren.
Ein weiteres Beispiel ist Siemens NX, das KI-gestützte Funktionen für die Simulation und Optimierung von Werkzeugkonstruktionen bietet. Diese Software hilft dabei, Produktionszeiten deutlich zu verkürzen. SolidWorks nutzt ebenfalls KI, um Routineaufgaben zu automatisieren, was dir hilft, effizienter zu arbeiten.
Ein besonders spannendes Tool ist das Machine-Learning-System IBM Watson, das dir bei der Vorhersage von Wartungsbedarf hilft, um Ausfallzeiten in der Produktion zu minimieren. Auch KI-gestützte Assistenzsysteme wie ChatGPT können dir bei technischen Fragen und im Designprozess Unterstützung bieten.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Dazu gehören vor allem kreative Problemlösungsfähigkeiten, Teamarbeit und das Management von komplexen Projekten. Deine Fähigkeit, im Team zu kommunizieren und Informationen auszutauschen, bleibt unverzichtbar.
Ein Beispiel: Wenn ein unerwartetes Problem während der Produktion auftritt, ist es deine menschliche Intuition und Erfahrung, die helfen, die beste Lösung zu finden. Diese sozialen und emotionalen Kompetenzen sind schwer automatisierbar und machen dich in deinem Beruf wertvoll.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche des Formenbaus gibt es zahlreiche Trends, die durch KI beeinflusst werden. Immer mehr Unternehmen setzen auf die Automatisierung von Designprozessen, um effizienter arbeiten zu können. Gleichzeitig wird KI genutzt, um Produktionsdaten zu analysieren und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Ein weiterer wichtiger Trend ist die nachhaltige Fertigung, bei der KI dazu beiträgt, Materialverschwendung zu reduzieren und Energieeffizienz zu verbessern.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell gibt es in Deutschland etwa 64.815 Beschäftigte im Beruf des Werkzeugmachers und der Werkzeugmacherin. Der Medianlohn liegt bei 4.275 Euro pro Monat, wobei die Gehaltsspanne von 3.604 Euro bis 5.025 Euro reicht. Der Arbeitsmarkt zeigt sich im Moment stabil mit 2.094 offenen Stellen, was auf eine weiterhin hohe Nachfrage hinweist. Es ist jedoch zu erwarten, dass durch den Einsatz von KI und Automatisierung einige traditionelle Aufgaben wegfallen werden, während neue, spezialisierte Tätigkeiten entstehen.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen in deinem Beruf bestmöglich vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse besuchen: Plattformen wie Coursera bieten viele kostenlose Kurse zu CAD-Software und KI-Anwendungen in der Produktion an. Diese Kurse helfen dir, deine technischen Fähigkeiten zu erweitern.
- YouTube-Tutorials nutzen: Auf YouTube findest du zahlreiche Tutorials zu spezifischen Werkzeugbautechniken und Software, die dir helfen, deine Fertigkeiten zu verbessern.
- IHK-Webinare: Die Industrie- und Handelskammern bieten oft kostengünstige Online-Webinare an, die dir neues Wissen über aktuelle Trends und Technologien im Formenbau vermitteln.
Beginne noch diese Woche mit einem Online-Kurs oder einem Webinar, um dein Wissen zu erweitern und deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Fazit: Deine Zukunft als Werkzeugmacher/in – Formenbau
Die Zukunft als Werkzeugmacher/in im Formenbau wird durch den Einsatz von KI und Automatisierung spannender, aber auch herausfordernder. Es ist wichtig, sich kontinuierlich weiterzubilden und die eigenen Fähigkeiten auszubauen, um in diesem sich wandelnden Arbeitsumfeld relevant zu bleiben. Deine kreativen und sozialen Kompetenzen sind nach wie vor von großer Bedeutung und werden dir helfen, auch in Zukunft erfolgreich zu sein.