KI und der Beruf Werkzeugmacher/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) beeinflusst die Arbeit von Werkzeugmachern im Stanzwerkzeug- und Vorrichtungsbau bereits heute erheblich. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 84%, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass Aufgaben automatisiert werden können. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) bewertet das Automatisierungspotenzial sogar mit 100%. Das heißt, theoretisch könnten alle Aufgaben eines Werkzeugmachers durch KI übernommen werden. Bisher wird jedoch nur in etwa 10% der Fälle tatsächlich KI eingesetzt, wodurch eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis besteht. Für die rund 64.815 Beschäftigten in Deutschland bedeutet das: Veränderungen stehen bevor, aber sie sind noch nicht überall greifbar.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Im Werkzeugbau sind einige Aufgaben bereits automatisiert. Beispielsweise wird die Software Siemens NX verwendet, um Designoptimierungen für Werkzeuge zu erstellen. Anstatt manuell verschiedene Designs zu testen, kann die Software die besten Lösungen vorschlagen. Ein weiteres Beispiel ist Fusion 360, eine CAD/CAM-Software, die KI nutzt, um Fertigungsprozesse zu simulieren und zu optimieren. Früher musste man stundenlang manuell planen und testen; heute reicht es, die Software zu nutzen, um schnell zu präzisen Ergebnissen zu gelangen.
Ein weiteres hilfreiches Tool ist Mastercam, das KI-gestützte Funktionen für die automatisierte Programmierung von CNC-Maschinen bietet. Das beschleunigt den Herstellungsprozess erheblich. 3DExperience von Dassault Systèmes ermöglicht es, digitale Zwillinge zu erstellen, um Werkzeuge virtuell zu simulieren, bevor sie produziert werden. Schließlich hilft CIMdata, Produktionsdaten zu analysieren und mögliche Engpässe zu identifizieren. Diese Tools erleichtern den Alltag eines Werkzeugmachers enorm, da sie Zeit sparen und die Effizienz steigern.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschrittlichen Technologien gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit sind Eigenschaften, die in der Zusammenarbeit mit Kollegen und in der Kommunikation mit Kunden unerlässlich sind. Ein Werkzeugmacher muss oft individuelle Lösungen finden und kreativ denken, insbesondere bei komplexen Problemen. Diese menschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und machen dich in deinem Job wertvoll.
Ein konkretes Beispiel: Wenn ein Werkzeug während der Produktion ausfällt, ist es wichtig, schnell eine Lösung zu finden und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Diese Art von Problemlösungsfähigkeiten und die Fähigkeit, unter Druck zu arbeiten, sind menschliche Stärken, die in der Automatisierung nicht reproduzierbar sind.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell gibt es in der Branche spannende Entwicklungen. Der Einsatz von digitalen Zwillingen nimmt zu, da Unternehmen virtuelle Modelle nutzen, um ihre Werkzeuge zu testen und zu optimieren, bevor sie in die Produktion gehen. Zudem wachsen Automatisierung und Robotik in der Fertigung, was auch den Werkzeugbau betrifft. KI-gestützte Roboter übernehmen zunehmend Montage- und Prüfprozesse. Ein weiterer Trend ist der Fokus auf Nachhaltigkeit, bei dem KI-gestützte Analysen zur ressourcenschonenden Produktion eingesetzt werden.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten in der Branche ist mit 64.815 stabil, doch die Automatisierung könnte langfristig Auswirkungen auf die Anzahl der verfügbaren Jobs haben. Das Median-Gehalt für Werkzeugmacher liegt bei 4.275 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 3.604 bis 5.025 Euro. Aktuell gibt es 2.094 offene Stellen, was darauf hindeutet, dass trotz der Automatisierung Fachkräfte weiterhin gefragt sind. In Zukunft könnte die Nachfrage nach spezialisierten Fähigkeiten steigen, während einfache, wiederholbare Aufgaben zunehmend von Maschinen übernommen werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich für die Zukunft zu wappnen, gibt es einige konkrete Schritte, die du jetzt unternehmen kannst:
- Weiterbildung in CAD/CAM-Software: Nutze Online-Kurse der IHK oder Plattformen wie Coursera, um deine Kenntnisse in Software wie Siemens NX oder Fusion 360 zu vertiefen.
- Praktische Erfahrung sammeln: Suche nach Möglichkeiten, in deinem aktuellen Job mit neuen Technologien zu arbeiten, um praktische Erfahrungen zu sammeln.
- Soft Skills entwickeln: Arbeite an deinen persönlichen Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Selbst-Management, da diese in der Zukunft besonders gefragt sein werden.
Durch diese Schritte bereitest du dich auf die Veränderungen vor und bleibst in deinem Beruf relevant.
Fazit: Deine Zukunft als Werkzeugmacher/in
Die KI-Revolution bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen für Werkzeugmacher mit sich. Es ist wichtig, neue Technologien zu verstehen und sich kontinuierlich weiterzubilden. Mit den richtigen Fähigkeiten und einer positiven Einstellung kannst du deinen Platz in der Branche auch in Zukunft sichern. Mach dich bereit, die Veränderungen aktiv mitzugestalten!