KI und der Beruf Elektroniker/in - Automatisierungstechnik: Was sich gerade verändert
Die Automatisierungstechnik ist stark von der KI-Revolution betroffen. Mit einem KI-Risiko-Score von 77 % wird deutlich, dass viele Aufgaben in diesem Berufsfeld in Zukunft zunehmend automatisiert werden können. Das bedeutet für Elektroniker/innen, dass sie sich anpassen und neue Fähigkeiten entwickeln müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Im Vergleich dazu könnte man sagen, dass das Handwerk des Elektronikers immer mehr mit der Arbeit eines „Technik-Doktors“ vergleichbar wird – Diagnosen und Reparaturen werden effizienter, aber es wird auch mehr Fachwissen benötigt, um mit den neuen Technologien umzugehen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits jetzt gibt es eine Vielzahl von Softwarelösungen, die Elektroniker/innen in der Automatisierungstechnik unterstützen. Tools wie Siemens MindSphere analysieren Daten von Maschinen und ermöglichen vorausschauende Wartung. Früher musste man manuell die Maschinen überwachen, heute kann man einfach die Software nutzen, die die Daten in Echtzeit auswertet.
Rockwell Automation FactoryTalk hilft bei der Überwachung von Produktionsprozessen, indem sie datengestützte Entscheidungen erlaubt – ein Prozess, der früher viel mehr Zeit und menschliche Intervention erforderte. Auch ABB Ability bietet KI-gestützte Analysen zur Optimierung von Automatisierungssystemen, was die Effizienz steigert. Die Festo Automation Suite ermöglicht es, Automatisierungssysteme einfach zu programmieren und zu simulieren, was die Arbeit erleichtert und Fehlerquellen minimiert.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials von 82 % gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Kommunikationsfähigkeit sind entscheidende Stärken, die Elektroniker/innen weiterhin benötigt werden. Beispielsweise erfordert die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen häufig menschliche Interaktion, um Probleme zu lösen oder Prozesse zu optimieren. Der kreative Umgang mit unerwarteten Herausforderungen, wie etwa bei der Instandhaltung von Anlagen, bleibt ebenfalls eine menschliche Stärke. Diese Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren, weil sie stark von menschlicher Intuition und sozialer Interaktion abhängen.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell zeigt sich in der Automatisierungstechnik ein klarer Trend zur vorausschauenden Wartung. Unternehmen setzen mehr auf KI, um den Wartungsbedarf vorherzusagen und Ausfallzeiten zu minimieren. Auch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine wird immer wichtiger. Die digitale Zwillings-Technologie, die virtuelle Nachbildungen von physischen Systemen ermöglicht, wird genutzt, um Effizienz und Leistung zu steigern. Diese Entwicklungen sind in Deutschland bereits spürbar, und viele Unternehmen investieren in moderne Technologien.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Elektroniker/innen in der Automatisierungstechnik ist aktuell stabil, mit etwa 26.849 Beschäftigten in diesem Bereich. Aktuell gibt es 3.780 offene Stellen, was zeigt, dass die Nachfrage nach Fachkräften hoch ist. Das Median-Gehalt liegt bei 4.358 Euro im Monat, mit einer Gehaltsspanne von 3.580 bis 5.291 Euro. Es ist zu erwarten, dass die Gehälter aufgrund der steigenden Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften tendenziell steigen werden. Dennoch müssen Elektroniker/innen sich kontinuierlich weiterbilden, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Es gibt mehrere Schritte, die du als Elektroniker/in jetzt unternehmen kannst, um dich auf die Veränderungen durch KI und Automatisierung vorzubereiten:
- Weiterbildung in IoT und Automatisierungstechnik: Nutze kostenlose Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um dein Wissen in diesen Bereichen zu erweitern.
- Nimm an IHK-Webinaren teil: Viele Industrie- und Handelskammern bieten kostengünstige Webinare an, die dich über aktuelle Technologien und Trends in der Automatisierungstechnik informieren.
- Informiere dich über neue Technologien auf YouTube: Kanäle wie "The Engineering Mindset" bieten wertvolle Informationen und Tutorials, die dir helfen können, deinen technischen Horizont zu erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Elektroniker/in - Automatisierungstechnik
Die Zukunft als Elektroniker/in in der Automatisierungstechnik ist spannend und herausfordernd. Trotz der hohen Automatisierungsmöglichkeiten gibt es zahlreiche Stärken, die du weiterhin einbringen kannst. Mit den richtigen Weiterbildungsmaßnahmen und einer offenen Haltung gegenüber neuen Technologien kannst du deine Karriere aktiv gestalten und die Chancen, die die KI-Revolution mit sich bringt, nutzen. Deine Fähigkeiten sind gefragt, und die Branche hat viel zu bieten!