KI und der Beruf Gastronom/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) ist auch in der Gastronomie auf dem Vormarsch, was für viele Beschäftigte Veränderungen mit sich bringt. Mit einem KI-Risiko-Score von 52% ist der Gastronomiebereich stark von Automatisierung betroffen. Das bedeutet, dass etwa die Hälfte der Tätigkeiten theoretisch durch KI automatisiert werden könnte. Ein greifbarer Vergleich: Früher haben Kellner Bestellungen manuell aufgenommen und gezählt, heute kann eine Kassensoftware wie Orderbird diese Aufgabe automatisiert erledigen und dabei Verkaufsanalysen durchführen. Dies führt dazu, dass Gastronomieangestellte sich stärker auf den Service und die Kundenbindung konzentrieren können, während Routineaufgaben von Maschinen übernommen werden.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
In der Gastronomie gibt es bereits eine Vielzahl von KI-Tools, die Routineaufgaben effizienter gestalten. Orderbird ist ein Beispiel für eine Kassensoftware, die Verkaufsanalysen durchführt und den Lagerbestand optimiert. Anstatt manuell zu prüfen, welche Zutaten benötigt werden, kann die Software dies automatisch basierend auf Verkaufszahlen berechnen. Ein weiteres Tool ist GastroHero, das Empfehlungen für die Menügestaltung basierend auf Kundendaten gibt. Dies erleichtert es Gastronomiebetrieben, auf Trends und Vorlieben ihrer Gäste zu reagieren. Auch die Erstellung von Angeboten und Verträgen wird durch PandaDoc automatisiert, was Zeit spart. GastroPilot unterstützt die Planung und Überwachung von Arbeitsabläufen, während TastyCloud Kundenfeedback analysiert, um die Speisenangebote zu verbessern. All diese Tools zeigen, wie KI schon heute Aufgaben übernimmt, die früher viel Zeit in Anspruch nahmen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung bleibt der menschliche Faktor entscheidend. Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und Kundenorientierung sind schwer zu automatisieren. Während KI Daten analysieren und Routineaufgaben übernehmen kann, sind persönliche Interaktionen und das Verständnis für individuelle Kundenbedürfnisse Bereiche, in denen Menschen glänzen. Wenn ein Gast beispielsweise einen besonderen Wunsch hat oder mit einem Problem konfrontiert ist, sind Empathie und Problemlösungsfähigkeiten gefragt – Eigenschaften, die Maschinen nicht in der gleichen Weise bieten können. Diese persönlichen Kompetenzen werden in der Gastronomie auch künftig von großer Bedeutung sein.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Gastronomie sind derzeit viele Entwicklungen zu beobachten, die durch den Einsatz von KI vorangetrieben werden. Personalisierte Kundenerlebnisse sind ein großer Trend: Gastronomiebetriebe nutzen KI, um individuelle Angebote basierend auf dem Kaufverhalten der Kunden zu erstellen. Zudem wird die Automatisierung von Arbeitsabläufen immer wichtiger, insbesondere in der Personalplanung und Lagerverwaltung. "Smart Menüs", die durch KI analysiert werden, helfen Betrieben, die beliebtesten Gerichte und aktuellen Trends zu identifizieren. Diese Entwicklungen ermöglichen es Gastronomiebetrieben, effizienter zu arbeiten und besser auf die Bedürfnisse ihrer Kunden einzugehen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Beschäftigung im Gastronomiebereich in Deutschland liegt aktuell bei etwa 19.131 Personen. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials von 50% sind viele Positionen nach wie vor gefragt. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gibt es derzeit 8.241 offene Stellen in der Gastronomie. Das Median-Gehalt eines Gastronomieangestellten beträgt 3.641 Euro pro Monat, wobei die Gehaltsspanne von 2.932 Euro bis 4.551 Euro reicht. Während einige Jobs durch KI wegfallen könnten, werden andere entstehen, insbesondere in Bereichen, in denen Kundenservice und persönliche Interaktionen gefragt sind.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um für die Veränderungen in der Gastronomie gewappnet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in KI-Anwendungen: Nutze Plattformen wie Coursera oder Udemy, um Kurse zu KI und Datenanalyse zu belegen. Viele dieser Kurse sind kostenlos oder kostengünstig.
- Soft Skills stärken: Arbeite an deinen Kommunikations- und Teamfähigkeiten. Diese persönlichen Kompetenzen sind in der Gastronomie besonders gefragt.
- Technologische Affinität aufbauen: Informiere dich über die aktuellen KI-Tools in der Gastronomie, wie Orderbird oder GastroHero. Du könntest auch YouTube-Tutorials nutzen, um mehr über deren Anwendung zu lernen.
Diese Schritte helfen dir, deine Beschäftigungsfähigkeit in der sich wandelnden Gastronomie zu sichern.
Fazit: Deine Zukunft als Gastronom/in
Die Gastronomie steht vor großen Veränderungen durch den Einsatz von KI. Während einige Aufgaben automatisiert werden, bleibt der menschliche Faktor entscheidend. Deine Stärken in der Kommunikation und im Kundenservice sind unverzichtbar. Nutze die Möglichkeit, dich weiterzubilden und auf die Veränderungen flexibel zu reagieren – das gibt dir die besten Chancen für die Zukunft in der Gastronomie.