KI und der Beruf Global-Sourcing-Manager/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Global-Sourcing-Managers oder der Global-Sourcing-Managerin hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt. Die Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Mit einem KI-Risiko-Score von 71% ist der Beruf stark betroffen von der Automatisierung durch KI. Das bedeutet, dass viele Aufgaben, die zuvor von Menschen erledigt wurden, zunehmend von Software übernommen werden. Im Vergleich dazu würden 58% der Tätigkeiten theoretisch automatisiert werden können, aber aktuell sind nur 30% der Praktiken tatsächlich KI-gestützt. Das schafft einen Theorie-Praxis-Gap von 28 Prozentpunkten, der zeigt, dass die Anwendung von KI in der Praxis wächst, aber noch nicht vollständig angekommen ist.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
In der Praxis übernehmen KI-gestützte Tools bereits viele Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden. Zum Beispiel:
- IBM Watson Supply Chain analysiert Daten aus verschiedenen Quellen, um Risiken in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen. Früher mussten Manager diese Daten manuell sammeln und auswerten, jetzt übernimmt das KI.
- SAP Ariba optimiert den Beschaffungsprozess, indem es Angebote vergleicht und Lieferantenbewertungen durchführt. Anstatt stundenlang Angebote zu prüfen, kannst Du jetzt auf die KI vertrauen, um die besten Optionen schnell zu identifizieren.
- Zycus verwendet KI-Analysen, um die Effizienz im Einkauf zu steigern. Früher hast Du vielleicht lange Verhandlungen geführt, um die besten Konditionen zu erzielen. Jetzt kann die Software helfen, diese Verhandlungen gezielt mit Daten zu unterstützen.
- Jaggaer ermöglicht prädiktive Analysen, die es Dir ermöglichen, strategische Entscheidungen auf einer soliden Datenbasis zu treffen. Anstatt einfach aus Erfahrung zu entscheiden, hast Du nun die Möglichkeit, entscheidungsrelevante Informationen in Echtzeit zu nutzen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Dazu gehören:
- Verhandlungsführung: Die Fähigkeit, in Verhandlungen empathisch und überzeugend aufzutreten, ist eine menschliche Stärke, die schwer zu automatisieren ist. Ein Beispiel: Du kannst besser auf die Emotionen und Bedürfnisse deines Gegenübers eingehen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.
- Kommunikationsfähigkeit: Der Austausch mit verschiedenen Stakeholdern ist entscheidend. KI kann Informationen analysieren, jedoch nicht die Art von Kommunikationsgeschick und Verständnis, das Menschen benötigen, um erfolgreich zu sein.
- Teamfähigkeit: Die Fähigkeit, im Team zu arbeiten und verschiedene Perspektiven zu integrieren, bleibt essentiell. Während KI Daten verarbeiten kann, fehlt es ihr an menschlicher Interaktion und sozialer Intelligenz.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell gibt es einige spannende Entwicklungen im Bereich des Global Sourcing in Deutschland. Nachhaltigkeit wird immer mehr zum zentralen Thema, da Unternehmen versuchen, ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen. Zudem wird die Digitalisierung der Lieferkette vorangetrieben, was bedeutet, dass KI und Big Data zunehmend zur Optimierung von Prozessen eingesetzt werden. Routineaufgaben werden automatisiert, sodass Global-Sourcing-Manager sich auf strategische Entscheidungen konzentrieren können.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind aktuell 109.617 Menschen als Global-Sourcing-Manager:innen tätig. Die Zahl der offenen Stellen liegt bei 13.832, was zeigt, dass der Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich hoch ist. Der Median-Lohn für diesen Beruf beträgt 5.387 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 4.123 bis 7.096 Euro. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials bleibt der Beruf weiterhin gefragt, da menschliche Fähigkeiten nicht ersetzt werden können.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der Welt der KI und Automatisierung als Global-Sourcing-Manager:in erfolgreich zu bleiben, kannst Du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung im Bereich KI: Nutze Plattformen wie Coursera, die kostenlose Online-Kurse im Bereich Supply Chain Management und Digitalisierung anbieten. So kannst Du deinen Wissensstand auf den neuesten Stand bringen.
- IHK-Webinare: Informiere Dich über kostenlose oder kostengünstige Webinare, die von Industrie- und Handelskammern zu Einkauf und Beschaffung angeboten werden. Diese sind oft praxisnah und bieten wertvolle Einblicke.
- LinkedIn Learning: Abonniere LinkedIn Learning, um Zugang zu einer Vielzahl von Kursen zu Themen wie Einkauf, Verhandlung und KI im Supply Chain Management zu erhalten. Es ist eine kostengünstige Möglichkeit, Deine Fähigkeiten zu erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Global-Sourcing-Manager/in
Die Zukunft für Global-Sourcing-Manager:innen ist sowohl herausfordernd als auch vielversprechend. KI wird viele Aufgaben automatisieren, aber Deine menschlichen Fähigkeiten bleiben unersetzlich. Mit der richtigen Weiterbildung und dem Fokus auf Deine Stärken kannst Du die Veränderungen aktiv gestalten und Deine Karriere in der neuen, digitalisierten Welt vorantreiben.