KI und der Beruf Technische/r Einkäufer/in: Was sich gerade verändert
Für technische Einkäufer/innen wird die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend zur Realität. Mit einem KI-Risiko-Score von 92% ist der Beruf stark von Automatisierung bedroht. Das bedeutet, dass viele der Aufgaben, die traditionell von Menschen erledigt wurden, nun von intelligenten Programmen übernommen werden können. Vergleichen wir es mit einem Handwerker, der früher alle Werkzeuge selbst bedienen musste. Heute gibt es Maschinen, die bestimmte Arbeiten schneller und präziser erledigen — so ähnlich verändert KI den Einkauf.
Das IAB hat ein Automatisierungspotenzial von 63% für den technischen Einkauf festgestellt. Das heißt, es gibt viele Prozesse, die automatisiert werden könnten, auch wenn der reale KI-Einsatz aktuell bei nur 30% liegt. Das lässt darauf schließen, dass viele Unternehmen die Möglichkeiten der KI noch nicht voll ausschöpfen. Für Dich als technische/r Einkäufer/in bedeutet dies, dass Du Dich auf Veränderungen einstellen und Deine Fähigkeiten anpassen musst, um relevant zu bleiben.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die den Einkaufsprozess effizienter gestalten. Ein Beispiel ist IBM Watson, das große Datenmengen analysiert, um Markttrends und Preisschwankungen vorherzusagen. Statt auf Bauchgefühl zu setzen, kannst Du nun auf datenbasierte Entscheidungen zurückgreifen.
Ein weiteres Beispiel ist SAP Ariba, eine Plattform, die KI nutzt, um Lieferanten zu bewerten und den Beschaffungsprozess zu optimieren. Früher hast Du vielleicht manuell Angebote verglichen; heute kannst Du mit SAP Ariba automatisierte Analysen durchführen.
Mit Procurement.ai wird der gesamte Beschaffungsprozess durch maschinelles Lernen verbessert. Anstatt zeitintensive Recherchen selbst durchzuführen, kann das Tool Dir Empfehlungen geben, basierend auf historischen Daten.
Diese Tools zeigen, wie KI den Einkauf revolutioniert und dabei hilft, Zeit und Kosten zu sparen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der beeindruckenden Möglichkeiten der KI gibt es Fähigkeiten, die Du als Mensch weiterhin einbringen kannst. Empathie, Verhandlungsführung und kreatives Problemlösen sind Stärken, die schwer zu automatisieren sind. Wenn Du beispielsweise in schwierigen Verhandlungen mit Lieferanten stehst, ist Dein persönlicher Einsatz gefragt. KI kann zwar Daten liefern, aber die emotionale Intelligenz und das Gespür für Menschen bleiben Deine Geheimwaffen.
Ein weiterer Aspekt ist Teamarbeit. Während KI Daten analysieren kann, erfordert die Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen und externen Partnern menschliche Fähigkeiten wie Kommunikation und Teamgeist — Fähigkeiten, die Du aktiv fördern kannst.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche der technischen Einkäufer/innen gibt es spannende Entwicklungen. Immer mehr Unternehmen setzen auf automatisierte Beschaffungsprozesse, um Effizienz zu steigern. Zudem wird der Fokus auf Nachhaltigkeit stärker, was bedeutet, dass Unternehmen zunehmend darauf achten, wie ihre Beschaffungsstrategien die Umwelt beeinflussen. KI-gestützte Tools helfen dabei, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, indem sie relevante Daten bereitstellen.
Diese Trends zeigen, dass der technische Einkauf sich in eine zunehmend datengetriebene und nachhaltige Richtung entwickelt.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der technischen Einkäufer/innen in Deutschland beträgt aktuell etwa 109.617, und es gibt rund 13.832 offene Stellen. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials wird der Bedarf an qualifizierten Fachleuten voraussichtlich bestehen bleiben. Die Gehälter sind ebenfalls attraktiv: Der Median beträgt 5.387 Euro pro Monat, mit einer Spanne von 4.123 bis 7.096 Euro.
Die Zukunft des Arbeitsmarktes für technische Einkäufer/innen zeigt, dass es zwar Veränderungen geben wird, aber auch Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und neue Rollen zu finden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um Dich auf die Veränderungen vorzubereiten, kannst Du folgende Schritte unternehmen:
- Fortbildung in digitalen Tools: Nutze Plattformen wie Coursera, die kostenlose Kurse zur Digitalisierung im Einkauf anbieten. So lernst Du, wie Du KI effektiv im Alltag einsetzen kannst.
- Kurse zur Datenanalyse: Auf Udemy findest Du kostengünstige Kurse zu Themen wie Einkaufsmanagement und Datenanalyse. Diese Fähigkeiten sind entscheidend, um mit Daten umgehen zu können, die von KI-Tools bereitgestellt werden.
- Webinare der IHK: Viele Industrie- und Handelskammern bieten kostenlose Webinare an, die sich mit dem Thema Einkauf und Digitalisierung beschäftigen. Nutze diese Angebote, um Dein Wissen zu erweitern.
Diese Schritte helfen Dir, Deine Kompetenzen zu erweitern und Dich auf die Zukunft im technischen Einkauf vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Technische/r Einkäufer/in
Die Rolle des technischen Einkäufers wird durch KI und Automatisierung stark beeinflusst, bietet jedoch auch Chancen zur Weiterentwicklung. Deine menschlichen Fähigkeiten und Kompetenzen bleiben unverzichtbar, während Du gleichzeitig neue digitale Kompetenzen erwirbst. Nutze die Möglichkeiten, die sich bieten, und sei bereit für die Herausforderungen der Zukunft!