KI und der Beruf Ingenieur/in - Automatisierungstechnik: Was sich gerade verändert
Die Automatisierungstechnik steht vor einem enormen Wandel durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 92 %, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass bestimmte Aufgaben durch KI automatisiert werden können. Ein Blick auf das Automatisierungspotenzial zeigt, dass 83 % der Tätigkeiten theoretisch automatisierbar sind. Doch in der Praxis wird bisher nur 22 % dieses Potenzials ausgeschöpft. Das bedeutet, dass Ingenieure zwar mehr mit KI arbeiten können, aber noch nicht müssen. Es ist, als ob man ein leistungsstarkes Auto hat, aber nur in der Stadt fährt, anstatt es auf der Autobahn auszuprobieren. Das bedeutet für dich: Die Veränderungen sind nah, aber es gibt noch Spielraum zur Anpassung.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
KI hat bereits Einzug in verschiedene Aufgaben in der Automatisierungstechnik gehalten. Tools wie Siemens MindSphere und ABB Ability analysieren Daten von Maschinen, um Wartungsbedarfe vorherzusagen und Produktionsprozesse zu optimieren. Zum Beispiel hat man früher manuell Wartungspläne erstellt, während heute KI die Wartungsintervalle automatisch analysiert und so Ausfallzeiten minimiert. Auch Plattformen wie Rockwell Automation FactoryTalk nutzen KI-Analysen, um Produktionsabläufe zu verbessern und Fehlerdiagnosen durchzuführen. Bei der Planung und Überwachung von Automatisierungsprojekten wird zunehmend die Festo Automation Suite eingesetzt, die Ingenieuren hilft, effizientere Lösungen zu finden.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung bleibt der menschliche Ingenieur unverzichtbar. Deine Stärken wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Initiative sind schwer durch KI zu ersetzen. Das liegt daran, dass viele Projekte in der Automatisierungstechnik komplex und interdisziplinär sind, was ein hohes Maß an sozialer Interaktion und Anpassungsfähigkeit erfordert. Zum Beispiel ist es notwendig, mit verschiedenen Abteilungen zusammenzuarbeiten, um individuelle Lösungen zu entwickeln – eine Fähigkeit, die eine KI nicht leisten kann. Zudem ist das systematische und methodische Vorgehen bei der Planung und Inbetriebnahme von Automatisierungsanlagen entscheidend.
Was sich in der Branche gerade tut
In Deutschland wird die Vernetzung von Maschinen und die Integration von KI in IoT-Anwendungen immer wichtiger. Ingenieure müssen sich darauf einstellen, dass sie mit intelligenten Systemen arbeiten, die in Echtzeit Daten verarbeiten und analysieren. Zudem wird der Einsatz von Predictive Maintenance, also der vorausschauenden Wartung, zunehmend populär. Das bedeutet, dass Ingenieure lernen müssen, wie sie diese Technologien effektiv nutzen können, um die Effizienz zu steigern und Ausfallzeiten zu minimieren.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten in der Automatisierungstechnik in Deutschland liegt bei etwa 9.575. Trotz der hohen Automatisierungschancen gibt es momentan 3.259 offene Stellen in diesem Bereich. Dies zeigt, dass trotz der Bedrohung durch KI und Automatisierung die Nachfrage nach qualifizierten Ingenieuren besteht. Das Median-Gehalt beträgt 6.356 € pro Monat, was die Attraktivität des Berufes unterstreicht. Es ist wichtig zu wissen, dass die Beschäftigung in diesem Sektor stabil bleibt, da Ingenieure nach wie vor für die Überwachung, Planung und Umsetzung von Automatisierungsprojekten benötigt werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen in der Automatisierungstechnik vorzubereiten, gibt es einige Schritte, die du jetzt unternehmen kannst:
- Fortbildung in KI: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um grundlegende Kenntnisse in KI und Automatisierungstechnik zu erwerben. Kurse wie "AI for Everyone" oder "Introduction to Artificial Intelligence" sind gute Einstiege.
- Networking: Suche den Austausch mit Kollegen und anderen Fachleuten. Foren oder Fachgruppen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und von anderen zu lernen.
- Praktische Anwendungen: Setze dein Wissen in Projekten um. Experimentiere mit Tools wie TensorFlow, um kleine Automatisierungsprobleme zu lösen und deine Fähigkeiten zu erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Ingenieur/in - Automatisierungstechnik
Die Automatisierungstechnik wird durch KI stark beeinflusst, doch das bedeutet nicht das Ende für Ingenieure. Vielmehr erfordert es eine Anpassung und Weiterbildung, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Mit den richtigen Fähigkeiten und einer proaktiven Einstellung kannst du auch in Zukunft erfolgreich in diesem Beruf arbeiten. Sei bereit, dich weiterzuentwickeln und die Chancen zu nutzen, die die KI-Revolution mit sich bringt!