KI und der Beruf Maler/in und Lackierer/in: Was sich gerade verändert
Die Künstliche Intelligenz (KI) hat auch im Handwerk, insbesondere im Beruf des Malers und Lackierers, Einzug gehalten. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 55%, was bedeutet, dass ein erhebliches Potenzial für Veränderungen durch KI besteht. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) schätzt sogar, dass 67% der Aufgaben eines Malers automatisierbar sind. Im Alltag heißt das, dass viele Tätigkeiten, die früher manuell erledigt wurden, nun durch Software und Maschinen unterstützt oder sogar ersetzt werden können. Ein greifbarer Vergleich: Früher musste man Farbmischungen selbst vornehmen, heute kann eine App wie Sika Fiber diese Aufgabe übernehmen und die ideale Mischung für Beschichtungen errechnen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernimmt KI eine Reihe von Aufgaben im Malerhandwerk. Eine App wie Paintbox hilft z.B. bei der Auswahl von Farben, indem Nutzer Fotos von Räumen hochladen und verschiedene Farbtöne ausprobieren können. Mit dem Dulux Visualizer kann man sogar sehen, wie Farben im Raum wirken, indem sie virtuell auf die Wände projiziert werden. Das Airless-Spritzen und das Lackieren werden ebenfalls durch spezialisierte Maschinen optimiert. Diese Technologien ermöglichen es, schneller und präziser zu arbeiten. Früher musste man Farbmischungen und -aufträge manuell planen; heute kann eine Software wie Sika Fiber diese Prozesse effizienter gestalten.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es zahlreiche Aufgaben, die auch in Zukunft menschliche Fähigkeiten erfordern. Tätigkeiten wie das Anstreichen von Wänden, das Tapezieren oder die energetische Sanierung können nicht einfach von Maschinen übernommen werden. Hier sind Kreativität, handwerkliches Geschick und die Fähigkeit zur Problemlösung gefragt. Die persönliche Note, die ein Maler bei Restaurierungsarbeiten oder beim Verputzen einbringt, ist schwer zu automatisieren. Diese menschlichen Stärken sind besonders wertvoll, da sie oft auch den direkten Kontakt zu Kunden erfordern.
Was sich in der Branche gerade tut
In Deutschland zeigt sich ein klarer Trend zur Digitalisierung im Malerhandwerk. Viele Betriebe setzen zunehmend digitale Tools ein, um Arbeitsprozesse zu optimieren. Der Einsatz von Augmented Reality (AR) wird immer populärer, um Kunden eine Vorstellung von möglichen Farbgestaltungen und Designs zu geben. Zudem wird verstärkt auf Nachhaltigkeit geachtet, was bedeutet, dass umweltfreundliche Materialien und Farben in den Vordergrund rücken.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell arbeiten in Deutschland etwa 99.419 Menschen als Maler und Lackierer. Die Median-Gehälter liegen bei 3.211 Euro pro Monat, mit einer Spanne von 2.843 bis 3.536 Euro. Trotz der Automatisierung gibt es noch viele offene Stellen: Aktuell sind 5.429 Stellen ausgeschrieben. Dies könnte darauf hindeuten, dass auch in Zukunft ein Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften besteht. Die Zahl der Beschäftigten könnte sich stabil halten, auch wenn sich die Art der Arbeit verändert.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in dieser sich verändernden Landschaft erfolgreich zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung: Nutze Plattformen wie „Handwerkskammer Online“, die kostenlose Webinare zu digitalen Werkzeugen anbieten. So bleibst du auf dem neuesten Stand.
- Kurse zur digitalen Transformation: Melde dich für kostengünstige MOOC-Kurse an, etwa bei Coursera oder edX, um dein Wissen über digitale Trends im Handwerk zu erweitern.
- YouTube-Tutorials: Suche nach kostenlosen Videos, die dir spezifische Maltechniken oder den Umgang mit neuen Technologien erklären.
Diese Maßnahmen helfen dir, deine Fähigkeiten anzupassen und dich auf die Veränderungen im Berufsfeld vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Maler/in und Lackierer/in
Die Künstliche Intelligenz wird das Malerhandwerk verändern, aber sie wird nicht alle menschlichen Fähigkeiten ersetzen. Deine Kreativität, handwerkliches Geschick und persönliche Kundenbeziehungen bleiben nach wie vor gefragt. Nutze die Gelegenheit zur Weiterbildung, um deine Stärken auszubauen und dich auf die Zukunft vorzubereiten.