KI und der Beruf Pförtner/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Pförtners oder der Pförtnerin steht vor großen Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI). Mit einem KI-Risiko-Score von 57% und einem hohen Automatisierungspotenzial von 75% ist dieser Beruf stark von der digitalen Transformation betroffen. Das bedeutet, dass viele Aufgaben, die heute manuell erledigt werden, in Zukunft von KI-Systemen übernommen werden könnten. Ein alltägliches Beispiel: Während Pförtner früher Besucher manuell überprüften und eintrugen, können intelligente Zugangskontrollsysteme diese Aufgaben automatisieren. Die Beschäftigten müssen sich also darauf einstellen, dass ihre Rolle sich wandelt – hin zu mehr Aufsicht und zwischenmenschlicher Interaktion.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die Pförtner in ihrer Arbeit unterstützen oder Aufgaben vollständig übernehmen. Zum Beispiel nutzen Hikvision Videoüberwachungssysteme KI zur Gesichtserkennung und zur Erkennung verdächtiger Aktivitäten. Dadurch wird die Sicherheit an Eingängen erhöht, und Pförtner können sich auf andere wichtige Aspekte ihrer Arbeit konzentrieren.
Ein weiteres Beispiel ist Zebra Technologies Zatar, eine Plattform, die den Zugang zu Gebäuden effizienter gestaltet, indem sie Besucherströme analysiert. Und bei der Beantwortung einfacher Anfragen von Besuchern helfen Chatbots wie Tawk.to, die häufige Fragen automatisiert beantworten. Dies reduziert die Arbeitslast der Pförtner und ermöglicht es ihnen, sich auf komplexere Anliegen zu konzentrieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es viele Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Die menschlichen Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Pflichtgefühl bleiben unverzichtbar. Während KI Daten analysieren kann, benötigen viele Situationen im Empfangsbereich ein menschliches Urteilsvermögen und Empathie. Ob bei einem Notfall oder einer schwierigen Kommunikation mit einem Besucher – hier ist der menschliche Kontakt unverzichtbar. Diese zwischenmenschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und werden auch in Zukunft gefragt sein.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche gibt es spannende Entwicklungen. Immer mehr Unternehmen setzen auf die Automatisierung von Empfangsdiensten, um die Effizienz zu steigern. Zudem wird KI zunehmend zur Analyse von Sicherheitsrisiken genutzt, um potenzielle Vorfälle vorherzusagen. Auch die Integration von Smart Building-Technologien verändert den Empfangs- und Sicherheitsbereich. Gebäude werden intelligenter, was auch die Rolle der Pförtner beeinflusst.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland gibt es derzeit etwa 122.904 Beschäftigte im Bereich Empfang und Sicherheit. Obwohl der KI-Einsatz aktuell nur bei 14% liegt, zeigt das hohe Automatisierungspotenzial von 75%, dass der Markt sich verändern wird. Die Gehälter liegen im Median bei 2.892 Euro pro Monat, mit einer Spanne von 2.421 Euro bis 3.531 Euro. Aktuell gibt es 9.499 offene Stellen, was auf eine anhaltende Nachfrage nach Fachkräften hinweist. Diese Entwicklung zeigt, dass trotz der Automatisierung weiterhin Arbeitsplätze bestehen bleiben, insbesondere für diejenigen, die sich weiterbilden und anpassen.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Es ist wichtig, sich auf die Veränderungen im Berufsfeld vorzubereiten. Hier sind einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung in digitalen Fähigkeiten: Nutze Angebote wie IHK-Webinare, um dich über digitale Sicherheit und Empfangsdienste zu informieren. Viele dieser Webinare sind kostenlos.
- Online-Kurse belegen: Plattformen wie Coursera oder edX bieten kostengünstige Kurse zu KI und Digitalisierung, die dir helfen können, deine Fähigkeiten zu erweitern.
- Informiere dich über neue Technologien: YouTube-Kanäle wie „Wirtschaft verstehen“ bieten wertvolle Informationen über aktuelle Trends und Technologien, die für deinen Beruf relevant sind.
Nutze diese Ressourcen, um dich aktiv weiterzubilden und anpassungsfähig zu bleiben.
Fazit: Deine Zukunft als Pförtner/in
Die Rolle der Pförtner/in wird sich durch KI und Automatisierung verändern, doch dies bedeutet nicht das Ende des Berufs. Deine zwischenmenschlichen Fähigkeiten und deine Bereitschaft zur Weiterbildung sind gefragt wie nie. Schaffe dir die notwendigen Kenntnisse, um auch in Zukunft erfolgreich in deinem Beruf zu sein. Nutze die Chancen, die die Digitalisierung bietet, und bleibe am Puls der Zeit!