KI und der Beruf Sicherheitsmitarbeiter/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Sicherheitsbranche rasant. Mit einem KI-Risiko-Score von 28% für Sicherheitsmitarbeiter ist das Risiko einer Automatisierung als mittel einzuschätzen. Das bedeutet, dass einige Aufgaben durch KI unterstützt oder sogar übernommen werden können, aber viele Tätigkeiten weiterhin menschliche Fähigkeiten erfordern. Ein greifbares Beispiel: Früher musste ein Sicherheitsmitarbeiter alle Kameras manuell überwachen; heute können KI-gestützte Systeme wie BriefCam diese Überwachung automatisieren und nur bei verdächtigen Aktivitäten Alarm schlagen. So wird die Arbeit effizienter, und der Sicherheitsmitarbeiter hat mehr Zeit für wichtige Entscheidungen und persönliche Interaktionen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die Sicherheitsmitarbeitern helfen, ihre Aufgaben besser zu erfüllen.
- Cognitec nutzt Gesichtserkennung, um Personen schnell zu identifizieren und unerwünschte Gäste zu überwachen. Früher musste ein Mitarbeiter jeden Besucher manuell kontrollieren, jetzt geschieht das in Echtzeit durch die Software.
- BriefCam analysiert Videomaterial in Echtzeit und erkennt Bewegungen sowie verdächtige Aktivitäten. Anstatt stundenlang Videos durchzusehen, kann der Sicherheitsmitarbeiter nun gezielt auf relevante Ereignisse reagieren.
- Veriato überwacht Benutzeraktivitäten und kann potenzielle Bedrohungen sofort erkennen, was die Reaktionszeit bei Vorfällen erheblich verkürzt.
- Genetec bietet eine Plattform zur Sicherheitsüberwachung, die KI-gestützte Analysen von Kameradaten durchführt und so die Entscheidungsfindung unterstützt.
Diese Technologien sind nicht nur hilfreich, sondern verändern auch, wie Sicherheitsmitarbeiter ihre Aufgaben wahrnehmen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Es gibt zahlreiche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann und die für Sicherheitsmitarbeiter entscheidend sind. Dazu zählen Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit. Während KI Daten analysieren und Alarm schlagen kann, braucht es einen Menschen, um Konflikte zu lösen oder deeskalierend auf Situationen zu reagieren. Ein Sicherheitsmitarbeiter muss oft in kritischen Momenten schnell entscheiden, wie er handelt — eine menschliche Fähigkeit, die von Empathie und Erfahrung geprägt ist. Diese emotionalen und sozialen Kompetenzen sind auch in Zukunft gefragt und schwer zu automatisieren.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Sicherheitsbranche sind aktuell mehrere Trends zu beobachten. Der Einsatz von KI zur Automatisierung von Überwachungsprozessen nimmt zu, was bedeutet, dass Sicherheitsmitarbeiter weniger Zeit mit Routineaufgaben verbringen müssen. Gleichzeitig wird die Integration von KI in physische Sicherheitsmaßnahmen immer wichtiger. Diese Technologien helfen, Reaktionszeiten zu verbessern und die Effizienz der Sicherheitsstrategien zu erhöhen. Der Fokus liegt zunehmend auf datengestützten Sicherheitsstrategien, die es ermöglichen, Risiken besser zu bewerten und zu managen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Laut dem IAB Job-Futuromat arbeiten in Deutschland rund 122.904 Sicherheitsmitarbeiter. Aktuell gibt es 9.499 offene Stellen, was darauf hinweist, dass die Nachfrage nach Sicherheitspersonal stabil bleibt. Die Gehälter liegen im Median bei 2.892 Euro pro Monat, wobei die Spanne von 2.421 Euro bis 3.531 Euro reicht. Auch wenn das Automatisierungspotenzial bei 35% liegt, ist der reale KI-Einsatz bislang relativ gering (14%). Das bedeutet, dass viele Jobs weiterhin existieren werden, auch wenn sich die Aufgaben verändern.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um fit für die Zukunft zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose Kurse zu KI und Sicherheit zu belegen. Das Wissen über neue Technologien kann dir einen Vorteil verschaffen.
- IHK-Lehrgänge: Informiere dich über kostengünstige Schulungen bei deiner Industrie- und Handelskammer. Diese bieten oft spezielle Programme zu Sicherheitsmanagement und neuen Technologien an.
- Webinare besuchen: Viele Sicherheitsverbände bieten kostenlose Webinare an, in denen aktuelle Trends und Technologien besprochen werden. Diese sind eine gute Möglichkeit, dein Wissen zu erweitern.
Diese Schritte helfen dir, deine Fähigkeiten zu verbessern und dich auf die Veränderungen im Berufsfeld einzustellen.
Fazit: Deine Zukunft als Sicherheitsmitarbeiter/in
Die Rolle der Sicherheitsmitarbeiter wird sich durch KI verändern, aber viele menschliche Fähigkeiten bleiben unverzichtbar. Investiere in deine Weiterbildung, um den Wandel aktiv mitzugestalten. Indem du deine Kompetenzen erweiterst, sicherst du dir deine Zukunft in der Sicherheitsbranche.