KI und der Beruf Produktingenieur/in: Was sich gerade verändert
Die Rolle des Produktingenieurs oder der Produktingenieurin wird durch die fortschreitende Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) grundlegend beeinflusst. Mit einem KI-Risiko Score von 69 % ist dieser Beruf besonders stark von Automatisierung betroffen. Das bedeutet, dass viele Aufgaben, die derzeit von Menschen erledigt werden, zunehmend durch KI-gestützte Software übernommen werden können. Ein einfaches Beispiel: Während produktingenieurspezifische Aufgaben wie das Erstellen von Designs früher eine Menge manueller Eingaben erforderten, können moderne Tools wie PTC Creo heute Vorschläge für Designoptimierungen machen. Das verändert nicht nur den Arbeitsalltag, sondern auch die Anforderungen an die Beschäftigten.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernehmen verschiedene KI-Tools Aufgaben, die früher den Produktingenieuren vorbehalten waren. Zum Beispiel:
- Siemens Teamcenter optimiert durch Datenanalysen und Entscheidungsfindungen den Produktlebenszyklus. Früher musste man viele Daten manuell auswerten, heute erledigt das die Software.
- PTC Creo generiert Designvorschläge automatisch und beschleunigt damit den Entwicklungsprozess.
- Ansys nutzt KI für Simulationen, um die Leistung eines Produkts vor der Herstellung zu testen, was früher oft zeitaufwendig war.
- Autodesk Fusion 360 kombiniert verschiedene Entwicklungsprozesse und bietet KI-gestützte Designoptimierungen an.
- IBM Watson analysiert Marktdaten und Kundenfeedback, um Trends zu identifizieren und Produktideen zu entwickeln.
Diese Tools zeigen, wie KI die Effizienz steigern und gleichzeitig den Zeitaufwand für bestimmte Aufgaben reduzieren kann.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI gibt es Fähigkeiten, die weiterhin stark nachgefragt sind und die Maschinen nicht ersetzen können. Dazu gehören:
- Kommunikationsfähigkeit: Der Austausch mit verschiedenen Abteilungen und Teammitgliedern ist entscheidend, um Projekte erfolgreich zu steuern.
- Teamfähigkeit: Die Zusammenarbeit im Team bleibt unverzichtbar, besonders bei komplexen Projekten.
- Eigenverantwortung: Selbstständiges Arbeiten und die Übernahme von Verantwortung sind Fähigkeiten, die KI nicht leisten kann.
- Systematisches Vorgehen: Die Fähigkeit, strukturiert und methodisch an Probleme heranzugehen, ist nach wie vor gefragt.
- Projektmanagement: Die Koordination und Planung von Projekten erfordert menschliches Urteilsvermögen und zwischenmenschliche Fähigkeiten.
Diese Stärken sind schwer zu automatisieren und werden auch in Zukunft wichtig bleiben.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche beobachten wir derzeit mehrere wichtige Trends. Die Automatisierung von Designprozessen nimmt zu, was bedeutet, dass immer mehr Unternehmen KI einsetzen, um ihre Produktentwicklung zu optimieren. Zudem ist der Trend zur Smart Manufacturing zu erkennen, wo KI in der Fertigung integriert wird, um Prozesse intelligenter zu gestalten. Schließlich wird datengetriebenes Produktmanagement immer wichtiger, sodass Unternehmen KI-Analytik nutzen, um Marktbedürfnisse besser vorherzusagen und Produkte zu entwickeln, die den Kundenwünschen entsprechen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell gibt es in Deutschland etwa 236.400 Beschäftigte als Produktingenieure. Die Anzahl der offenen Stellen liegt bei rund 14.639. Obwohl der KI-Risiko Score hoch ist, wird in den nächsten Jahren eine Stabilität in der Anzahl der Jobs erwartet. Laut IAB Job-Futuromat könnte das Potenzial an automatisierbaren Tätigkeiten bei 58 % liegen, was bedeutet, dass zwar viele Aufgaben automatisiert werden, aber immer noch eine signifikante Anzahl an Positionen und Tätigkeiten bestehen bleibt. Das Median-Gehalt für Produktingenieure liegt bei 7.026 Euro pro Monat, was zeigt, dass qualifizierte Fachkräfte auch weiterhin gute Verdienstmöglichkeiten haben.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Wenn du deine Fähigkeiten in der Rolle als Produktingenieur/in stärken und dich auf die Veränderungen durch KI vorbereiten möchtest, sind hier einige konkrete Schritte, die du sofort umsetzen kannst:
- Weiterbildung in KI: Nutze Plattformen wie edX oder Coursera, um kostenlose oder kostengünstige Online-Kurse zu KI und maschinellem Lernen zu belegen. Diese können dir helfen, ein Grundverständnis für die Technologien zu entwickeln, die deinen Job beeinflussen.
- Schulung in Software-Tools: Setze dich mit den oben genannten KI-Tools wie Siemens Teamcenter oder Ansys vertraut. Viele Anbieter bieten kostenlose Testversionen oder Tutorials an.
- Webinare besuchen: Informiere dich über kostenlose Webinare, die von IHKs oder anderen Bildungsträgern angeboten werden, um dein Wissen über digitale Themen zu erweitern.
Indem du diese Schritte unternimmst, kannst du dich aktiv auf die Veränderungen in deinem Berufsfeld vorbereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Produktingenieur/in
Die Zukunft als Produktingenieur/in wird von KI und Automatisierung geprägt sein, jedoch bleiben menschliche Fähigkeiten unverzichtbar. Durch Weiterbildung und die Auseinandersetzung mit neuen Technologien kannst du deine Position sichern und weiterhin erfolgreich in deinem Beruf tätig sein. Bleibe offen für Veränderungen und nutze die Chancen, die die KI-Revolution mit sich bringt!