KI und der Beruf Tiefbohrfacharbeiter/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, viele Berufe entscheidend zu verändern – auch den des Tiefbohrfacharbeiters oder der Tiefbohrfacharbeiterin in der Erdöl- und Erdgasgewinnung. Aktuell beträgt der KI-Risiko Score für diesen Beruf 62%, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass KI bestimmte Aufgaben übernehmen könnte. Dabei zeigt das IAB-Automatisierungspotenzial von 75%, dass viele Tätigkeiten theoretisch automatisiert werden könnten, in der Praxis jedoch nur 5% der Unternehmen bereits KI anwenden. Diese Diskrepanz von 70 Prozentpunkten, bekannt als Theorie-Praxis-Gap, zeigt, dass es noch viel Raum für den Einsatz von KI gibt. Während KI einige Aufgaben effizienter erledigen kann, bleibt das Fachwissen und die Erfahrung der Beschäftigten unverzichtbar.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die im Bereich der Erdöl- und Erdgasgewinnung eingesetzt werden. Ein Beispiel ist Petro.ai, eine Plattform, die Datenanalysen bereitstellt, um Bohrverfahren zu optimieren. Damit können Fachkräfte bessere Entscheidungen treffen und die Effizienz ihrer Arbeit steigern. Ein weiteres Beispiel ist DrillEdge, das maschinelles Lernen nutzt, um Vorhersagen über Bohrverläufe und -ergebnisse zu treffen. Das bedeutet, dass früher manuell erstellte Prognosen heute durch diese Software unterstützt werden. Zudem sorgt Katalyst dafür, dass Entscheidungen in Echtzeit auf Basis aktueller Daten getroffen werden, und Geologix hilft dabei, die besten Bohrstellen zu identifizieren, was die Erfolgsquote von Bohrungen erhöht.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI bleibt der Mensch unersetzlich. Fähigkeiten wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit sind besonders wertvoll. Ein Tiefbohrfacharbeiter oder eine Tiefbohrfacharbeiterin muss oft in unvorhersehbaren Situationen Entscheidungen treffen, die auf Erfahrung und Intuition basieren. Auch die Wartung und Reparatur komplexer Maschinen erfordert ein tiefes Verständnis und die Fähigkeit, Probleme zu diagnostizieren, was Maschinen (noch) nicht leisten können. Gerade die menschliche Fähigkeit, im Team zusammenzuarbeiten und Herausforderungen kreativ zu lösen, wird auch in Zukunft gefragt sein.
Was sich in der Branche gerade tut
In der deutschen Erdöl- und Erdgasindustrie gibt es derzeit einen klaren Trend in Richtung Automatisierung und den Einsatz von KI. Unternehmen setzen verstärkt auf automatisierte Bohrprozesse, die durch intelligente Systeme optimiert werden. Gleichzeitig wächst das Interesse an Datenanalysen und Predictive Maintenance, also der vorausschauenden Wartung von Maschinen. Nachhaltigkeit ist ein weiterer wichtiger Trend, da Unternehmen bestrebt sind, umweltfreundliche Technologien zu integrieren und die Ressourcennutzung zu maximieren.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten als Tiefbohrfacharbeiter/in in Deutschland liegt bei etwa 8.454. Aktuell gibt es 104 offene Stellen, was auf eine gewisse Nachfrage nach Fachkräften hinweist. Die Gehälter variieren zwischen 3.884 € und 5.486 € pro Monat, mit einem Median von 4.712 €. Während KI und Automatisierung einige Tätigkeiten übernehmen könnten, ist die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften weiterhin stabil. Es ist also nicht zu erwarten, dass die Zahl der Jobs drastisch sinkt. In der Tat könnte das Gehalt langfristig steigen, da spezialisierte Fachkräfte, die sich mit neuen Technologien auskennen, zunehmend gefragt sind.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen in deinem Beruf vorzubereiten, gibt es mehrere Schritte, die du jetzt unternehmen kannst:
- Weiterbildung in Datenanalyse: Nutze MOOCs auf Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose Kurse zu Themen wie Datenanalyse oder KI-Anwendungen in der Industrie zu belegen.
- IHK-Webinare nutzen: Informiere dich über kostenlose oder kostengünstige Webinare, die von Industrie- und Handelskammern angeboten werden, um dein Wissen über Digitalisierung in der Branche zu erweitern.
- Technische Workshops besuchen: Die Deutsche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle (DGMK) bietet kostengünstige Veranstaltungen zu aktuellen Technologien und Trends an, die dir helfen können, auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Fazit: Deine Zukunft als Tiefbohrfacharbeiter/in
Die Zukunft als Tiefbohrfacharbeiter/in ist herausfordernd, aber auch vielversprechend. KI wird einige Aufgaben verändern, doch deine menschlichen Fähigkeiten bleiben entscheidend. Bleibe neugierig, bilde dich weiter und nutze die Möglichkeiten, die dir die Digitalisierung bietet. So kannst du auch in einer sich wandelnden Branche erfolgreich sein.