KI und der Beruf Maler/in und Lackierer/in - Bauten- und Korrosionsschutz: Was sich gerade verändert
Die Rolle von Malerinnen und Lackierern verändert sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung erheblich. Mit einem KI-Risiko Score von 28% gilt der Beruf als mittelgradig betroffen von Automatisierung. Das bedeutet, dass bestimmte Aufgaben in Zukunft von Maschinen übernommen werden könnten, während andere weiterhin menschliches Fachwissen erfordern. Ein greifbarer Vergleich: Früher war das Mischen von Farben eine manuelle, oft zeitaufwendige Aufgabe. Heute können Tools wie der ColorReader die benötigten Farbtöne schnell und präzise bestimmen, was die Arbeit effizienter macht.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute kommen verschiedene Technologien zum Einsatz, die Aufgaben in der Malerbranche erheblich vereinfachen. Hier sind einige konkrete Beispiele:
- ColorReader: Dieses Handheld-Gerät hilft bei der genauen Farbmessung und schlägt passende Farbtöne vor. Anstatt mit physischen Farbmusterkarten zu arbeiten, scannst du einfach die gewünschte Farbe und erhältst sofort digitale Optionen.
- PaintJet: Ein automatisiertes Spritzsystem, das gleichmäßige Lackierungen auf großen Flächen ermöglicht. Anstatt mit der Spritzpistole zu arbeiten, kann dieses System eine gleichmäßige Beschichtung schneller und mit weniger Aufwand erzielen.
- Q-Checker: Diese Software zur Qualitätsprüfung erkennt Abweichungen in der Lackierung und dokumentiert sie. Das spart Zeit und sorgt für eine konsistent hohe Qualität.
Diese Technologien unterstützen dich in deinem Arbeitsalltag, indem sie repetitive Aufgaben übernehmen, sodass du mehr Zeit für kreative und individuelle Arbeiten hast.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung gibt es viele Aufgaben, die nur von Menschen ausgeführt werden können. Zu den nicht-automatisierbaren Tätigkeiten gehören unter anderem:
- Anstreichen: Das individuelle Gestalten von Räumen und Fassaden erfordert ein Gespür für Farben und Formen, das Maschinen nicht haben.
- Kundenberatung: Die Kommunikation mit Kunden und das Eingehen auf ihre Wünsche sind entscheidend für den Erfolg eines Projekts. Hier sind Empathie und Kommunikationsfähigkeit gefragt.
- Fassadenanstrich: Die Ausführung von speziellen Techniken und das Arbeiten in Höhenlagen erfordern Menschenkenntnis und Erfahrung.
Diese Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und bleiben deine Stärken, die dich auch in Zukunft unverzichtbar machen.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Malerbranche zeigen sich spannende Entwicklungen hinsichtlich der Digitalisierung und Automatisierung. Der Trend geht hin zu automatisierten Lackierprozessen, die Kosten reduzieren und Effizienz steigern. Auch digitale Farbberatung wird immer beliebter, da Kunden mithilfe von Apps wie dem Dulux Visualizer Farben virtuell an Wänden sehen können. Diese Tools erleichtern die Entscheidungsfindung und fördern die Kundenbindung.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit rund 99.419 Menschen als Maler und Lackierer beschäftigt. Obwohl das Risiko, dass KI deinen Job ersetzt, als mittel eingestuft wird (28%), ist das Automatisierungspotenzial relativ hoch (38%). Aktuell liegt der reale Einsatz von KI in der Branche jedoch nur bei 7%, was bedeutet, dass weniger KI-Technologien im Arbeitsalltag verwendet werden, als theoretisch möglich wäre. Die Zahl der offenen Stellen beträgt derzeit 5.429, und das Median-Gehalt liegt bei 3.211 Euro pro Monat, mit einer Spanne von 2.843 bis 3.536 Euro. Diese Zahlen zeigen, dass es auch weiterhin eine Nachfrage nach Fachkräften gibt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich wandelnden Landschaft der Malerbranche erfolgreich zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse: Nutze Plattformen wie Coursera oder Udemy, um kostengünstige Kurse zur Digitalisierung im Handwerk zu belegen. Hier kannst du lernen, wie du neue Technologien in deinen Arbeitsalltag integrieren kannst.
- Webinare von Handwerkskammern: Viele Kammern bieten kostenlose Schulungen zu neuen Technologien und Trends in der Branche an. Hier erhältst du wertvolle Einblicke in die Zukunft deines Berufs.
- VHS-Kurse: Über die Volkshochschule kannst du praktische Kurse zu Themen wie moderne Lackiertechniken oder Farbgestaltung besuchen. Solche Weiterbildungen können deine Karrierechancen verbessern.
Diese Schritte helfen dir, deine Fähigkeiten aufzufrischen und dich auf die Veränderungen in der Branche vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Maler/in und Lackierer/in
Die Maler- und Lackiererbranche befindet sich im Wandel, und Künstliche Intelligenz wird Teil des Arbeitsalltags. Trotzdem bleiben viele Tätigkeiten menschlich und kreativ. Nutze die Chancen der Digitalisierung, um deine Fähigkeiten zu erweitern und deine Stärken auszubauen. Deine Zukunft in diesem Beruf ist vielversprechend, solange du bereit bist, dich weiterzuentwickeln und Neues zu lernen.