KI und der Beruf Maler/in und Lackierer/in - Kirchenmalerei und Denkmalpflege: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) macht auch vor dem Beruf des Malers und Lackierers nicht Halt. Mit einem KI-Risiko-Score von 21% liegt der Beruf im mittleren Bereich, was bedeutet, dass einige Tätigkeiten automatisiert werden könnten, aber viele menschliche Fähigkeiten nach wie vor gefragt sind. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) schätzt das Automatisierungspotenzial auf 25%. Das bedeutet, dass etwa ein Viertel der Aufgaben theoretisch von Maschinen übernommen werden könnte. Aktuell wird KI in diesem Beruf jedoch nur in 7% der Fälle eingesetzt. Die Lücke zwischen Theorie und Praxis beträgt 18 Prozentpunkte, was zeigt, dass der Einsatz von KI in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es viele Aufgaben, die durch KI-gestützte Tools übernommen werden können. Zum Beispiel:
- ColorReader: Dieses Handheld-Gerät scannt Farben und hilft bei der exakten Farbmischung. Dies ist besonders wichtig in der Kirchenmalerei, wo die Originalfarben oft genauestens wiederhergestellt werden müssen.
- PaintScanner: Eine Software, die Farbschichten und Oberflächen analysiert, um die beste Vorgehensweise für Restaurierungen zu bestimmen.
- 3D-Scanner: Geräte wie der Faro Focus erleichtern die digitale Erfassung von historischen Gebäuden und ermöglichen eine präzisere Planung der Restaurierungsarbeiten.
Früher musste man oft mühsam Farben mischen und den Zustand von Oberflächen manuell beurteilen. Heute können diese Tools den Prozess erheblich beschleunigen und präzisieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI-Technologie gibt es viele Aufgaben, die du als Mensch weiterhin übernehmen musst. Tätigkeiten wie Anstreichen, Kirchenmalerei, Stuckarbeiten oder Kundenberatung erfordern kreative und zwischenmenschliche Fähigkeiten, die schwer zu automatisieren sind. Auch in der Denkmalpflege sind dein Fachwissen und deine Erfahrung unverzichtbar. Diese menschlichen Fähigkeiten sind gefragt, weil sie Empathie, Kreativität und handwerkliches Geschick erfordern — Aspekte, die Maschinen nicht bieten können.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Maler- und Lackiererbranche gibt es derzeit einige spannende Entwicklungen. Die Digitalisierung von Restaurierungsprozessen schreitet voran, und immer mehr Betriebe setzen digitale Tools zur Planung und Dokumentation ihrer Arbeiten ein. Zudem wächst das Interesse an nachhaltigen Materialien und Techniken, die auch durch KI-gestützte Tools unterstützt werden. Eine weitere Innovation sind erweiterte Realität (AR)-Technologien, die es ermöglichen, Kunden Vorschauen ihrer gewünschten Malerarbeiten an historischen Gebäuden zu zeigen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Maler und Lackierer in Deutschland zeigt sich stabil. Aktuell gibt es 99.419 Beschäftigte in diesem Bereich und 5.429 offene Stellen. Das Median-Gehalt liegt bei 3.211 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 2.843 Euro bis 3.536 Euro. Laut dem IAB Job-Futuromat wird die Zahl der Beschäftigten in den nächsten Jahren voraussichtlich konstant bleiben, während die Gehälter möglicherweise leicht steigen könnten, da die Nachfrage nach spezialisierten Fachkräften wächst.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Wenn du dich auf die Veränderungen durch KI und Automatisierung vorbereiten möchtest, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in digitalen Werkzeugen: Nutze Plattformen wie Udemy oder Coursera, um Online-Kurse zu digitalen Techniken und Tools zu absolvieren, die in deinem Beruf relevant sind.
- Kostenlose Webinare: Informiere dich über Webinare, die von Fachverbänden angeboten werden. Diese bieten oft wertvolle Informationen über Digitalisierung und neue Technologien im Handwerk.
- Lokal lernen: Besuche deine Volkshochschule und informiere dich über kostengünstige Kurse zur Weiterbildung in digitalen Techniken und Materialien. Dies kann dir helfen, deine Fähigkeiten zu erweitern und deine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Fazit: Deine Zukunft als Maler/in und Lackierer/in - Kirchenmalerei und Denkmalpflege
Die Zukunft deines Berufs ist von Veränderungen geprägt, doch viele Aspekte bleiben menschlich und unersetzlich. Nutze die Chancen, die KI dir bietet, um deine Arbeitsweise zu verbessern, und bilde dich in digitalen Fähigkeiten weiter, um in deinem Beruf erfolgreich zu bleiben. Denke daran: Kreativität, Erfahrung und zwischenmenschliche Fähigkeiten sind auch in der Zukunft von unschätzbarem Wert!