KI und der Beruf Maler/in und Tapezierer/in: Was sich gerade verändert
Die KI-Revolution macht vor keinen Berufsgruppen Halt, und auch der Maler- und Tapeziererberuf bleibt davon nicht unberührt. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 16%, was bedeutet, dass das Risiko, durch Künstliche Intelligenz ersetzt zu werden, relativ niedrig ist. Laut dem IAB-Automatisierungspotenzial beträgt dieses nur 17%. Das heißt, es gibt zwar Möglichkeiten zur Automatisierung, aber die meisten Aufgaben bleiben in menschlicher Hand. Malerinnen und Maler erbringen viele kreative und handwerkliche Leistungen, die schwer durch Maschinen ersetzt werden können.
Ein greifbarer Vergleich: Früher wählten Maler Farben und Materialien oft aus einer Vielzahl von Mustern und Proben aus. Heute können sie KI-gestützte Tools nutzen, die Vorschläge basierend auf Raumfotos anbieten. Diese Unterstützung erleichtert die Arbeit, ersetzt jedoch nicht die kreative Entscheidungsfindung und das handwerkliche Geschick.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Es gibt bereits einige Aufgaben, die von Software übernommen werden können. Hier sind einige Beispiele:
- Messen: Digitale Maßbänder wie das Smart Tape Measure erfassen Maße in Echtzeit und übertragen sie direkt in eine App. So entfällt das manuelle Messen.
- Farben wählen: Tools wie PaintSmart und der Dulux Visualizer nutzen KI, um Farbempfehlungen zu geben. Diese Anwendungen können Malern helfen, passende Farben basierend auf Fotos des Raumes vorzuschlagen.
- Materialempfehlungen: ColorSnap von Sherwin-Williams erstellt Farbpaletten und schlägt die besten Kombinationen für einen Raum vor, was den Entscheidungsprozess vereinfacht.
- Oberflächenbeschichten und Lackieren: Während der Prozess selbst weitgehend manuell bleibt, können einige Schritte im Hintergrund durch Software optimiert werden.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt der kreative Teil der Malerarbeit, das Anstreichen oder Tapezieren, stark vom Menschen abhängig.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Es gibt viele Tätigkeiten im Malerhandwerk, die KI nicht übernehmen kann. Zu den nicht-automatisierbaren Aufgaben gehören:
- Kundenberatung: Die persönliche Interaktion mit Kunden, um deren Wünsche zu verstehen und kreative Lösungen zu bieten, bleibt ein menschlicher Vorteil.
- Fassaden- und Innenanstrich: Die handwerkliche Geschicklichkeit und das ästhetische Gespür eines Malers sind hier unerlässlich.
- Restaurierungsarbeiten: Diese erfordern ein hohes Maß an Erfahrung und das Verständnis für historische Techniken, die Maschinen nicht leisten können.
Die menschlichen Fähigkeiten wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit sind für die Arbeit entscheidend und schwer in Software zu kodieren.
Was sich in der Branche gerade tut
Die Branche befindet sich im Wandel. Immer mehr Malerbetriebe setzen auf digitale Lösungen, um Kunden virtuell zu beraten und Angebote zu erstellen. Zusätzlich wird Augmented Reality (AR) eingesetzt, um Kunden Designs und Farben in ihrem eigenen Raum zu visualisieren. Diese Trends zeigen, dass Digitalisierung und Automatisierung immer mehr Einzug halten, aber der persönliche Kontakt und das handwerkliche Können weiterhin von großer Bedeutung sind.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell sind in Deutschland rund 99.419 Menschen als Maler und Tapezierer beschäftigt, und die Zahl der offenen Stellen liegt bei 5.429. Der Median des Gehalts beträgt 3.211 Euro pro Monat, wobei die Gehaltsspanne zwischen 2.843 Euro und 3.536 Euro variiert. Trotz der Automatisierungstendenzen ist der Arbeitsmarkt stabil, und die Beschäftigtenzahl wird voraussichtlich nicht signifikant sinken. Die Möglichkeit, die eigene Karriere durch digitale Fähigkeiten zu erweitern, ist jedoch wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Hier sind einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst, um dich auf die Veränderungen im Berufsfeld vorzubereiten:
- Online-Kurse: Plattformen wie Udemy oder Coursera bieten günstige Kurse zu digitaler Farbgestaltung und Kundenberatung an. Hier kannst du deine digitalen Fähigkeiten erweitern.
- Webinare von Branchenverbänden: Viele Verbände bieten kostenlose Webinare zu aktuellen Trends und Technologien im Malerhandwerk an. Halte Ausschau nach Angeboten zur Digitalisierung.
- Networking: Vernetze dich mit anderen Malern und Tapezierern über Social Media oder lokale Veranstaltungen. Der Austausch über Erfahrungen mit neuen Technologien kann dir wertvolle Einblicke geben.
- Nutzung von KI-Tools: Probiere Tools wie PaintSmart oder den Dulux Visualizer aus, um die Vorteile der Digitalisierung in deinem Arbeitsalltag zu testen und dich mit ihnen vertraut zu machen.
Fazit: Deine Zukunft als Maler/in und Tapezierer/in
Die Zukunft für Malerinnen und Maler sieht positiv aus. Mit einem niedrigen Risiko durch KI und der Möglichkeit, digitale Fähigkeiten zu entwickeln, bleibt der Beruf stabil. Nutze die Chancen, die dir neue Technologien bieten, und setze auf deine Stärken im handwerklichen und kreativen Bereich. Dein Geschick und deine persönlichen Kompetenzen sind nach wie vor der Schlüssel zum Erfolg!