KI und der Beruf Wirtschaftsinformatiker/in: Was sich gerade verändert
Die Rolle der Wirtschaftsinformatikerin und des Wirtschaftsinformatikers verändert sich grundlegend durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Mit einem KI-Risiko-Score von 38 % ist der Beruf hinsichtlich der Automatisierung mittelgradig betroffen. Das bedeutet, dass in einigen Bereichen KI bereits eine Unterstützung ist, während andere Tätigkeiten weiterhin menschliche Expertise benötigen. Zum Beispiel könnte eine Wirtschaftsinformatikerin früher manuell Daten analysieren und Berichte erstellen. Heute kann sie mit Tools wie Microsoft Power BI automatisierte Analysen durchführen und sich auf strategische Entscheidungen konzentrieren.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernehmen verschiedene Softwarelösungen Aufgaben, die zuvor von Menschen erledigt wurden. Tools wie UiPath automatisieren repetitive Prozesse, sodass Wirtschaftsinformatiker weniger Zeit mit Routinearbeiten verbringen müssen. Stattdessen können sie sich auf die Analyse von komplexen Daten konzentrieren. Celonis optimiert Geschäftsprozesse, indem es ineffiziente Abläufe identifiziert. IBM Watson hilft bei der Entscheidungsfindung, indem es große Datenmengen analysiert und Muster erkennt. Früher mussten Wirtschaftsinformatiker Daten manuell aufbereiten; heute klicken sie einfach in diesen Tools, um tiefere Einblicke zu erhalten.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschrittlichen Technologie gibt es Fähigkeiten, die Menschen besonders gut beherrschen. Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit sind nach wie vor unerlässlich, da die Zusammenarbeit in Projekten oft entscheidend für den Erfolg ist. Auch analytische Fähigkeiten sind gefragt, um die von KI generierten Daten richtig zu interpretieren und strategische Entscheidungen zu treffen. Diese menschlichen Stärken sind schwer zu automatisieren, denn sie erfordern Empathie, Kreativität und kritisches Denken, die Maschinen nicht bieten können.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell beobachten wir in der Branche einen klaren Trend zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Immer mehr Unternehmen setzen auf KI, um ihre Abläufe effizienter zu gestalten. Die Integration von KI in bestehende ERP-Systeme wird ebenfalls vorangetrieben, da dies den Wirtschaftsinformatikern neue Möglichkeiten eröffnet, ihre Unternehmen datengetrieben zu steuern. In Deutschland sind die Herausforderungen und Chancen durch KI in der Wirtschaft deutlich spürbar.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuelle Zahlen zeigen, dass es in Deutschland 8.997 Beschäftigte im Bereich Wirtschaftsinformatik gibt. Mit 16.460 offenen Stellen ist die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften hoch. Das Median-Gehalt liegt bei 5.961 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 4.654 Euro bis 7.341 Euro. Das IAB hat ein Automatisierungspotenzial von 33 % festgestellt, was bedeutet, dass trotz der KI-Entwicklung weiterhin viele Jobs bestehen bleiben. Die Zahl der Beschäftigten wird voraussichtlich stabil bleiben oder sogar steigen, da Unternehmen vermehrt auf digitale Kompetenzen setzen.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, gibt es einige Schritte, die du sofort unternehmen kannst:
- Online-Kurse zu KI und Datenanalyse: Plattformen wie Coursera und edX bieten kostenlose oder kostengünstige Kurse an, die dir helfen, deine Kenntnisse in KI und Datenmanagement zu vertiefen.
- Webinare der IHK: Nutze kostenlose Webinare, um dein Wissen über Digitalisierung und KI zu erweitern. Diese Veranstaltungen sind speziell auf die Bedürfnisse von Wirtschaftsinformatikern zugeschnitten.
- Networking: Trete Fachgruppen oder Netzwerken bei, um dich mit anderen Wirtschaftsinformatikern auszutauschen und von deren Erfahrungen zu lernen. So bleibst du über aktuelle Trends informiert.
Fazit: Deine Zukunft als Wirtschaftsinformatiker/in
Die Integration von KI in deinen Beruf eröffnet viele Chancen, erfordert aber auch eine ständige Weiterbildung und Anpassung. Deine Kommunikations- und Analysefähigkeiten bleiben unverzichtbar, während technische Kenntnisse immer wichtiger werden. Mach dir die Veränderungen zunutze und entwickle dich weiter – so hast du auch in Zukunft einen sicheren Platz in der digitalen Arbeitswelt.